Antoni Tàpies

Birthplace: 

1923 Barcelona - 2012 Barcelona

1923 Barcelona - 2012 Barcelona

Tàpies wuchs in einer bürgerlichen katalanischen Buchhändlerfamilie auf. Seine Produktion und seine unermüdliche künstlerische Karriere, die sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckte, hatten ihren Ursprung in einem angespannten historischen Augenblick. Zwischen 1936 und 1939 durchlebte Spanien einen Bürgerkrieg, aus dem eine bis 1975 andauernde Diktatur hervorging. Für Katalonien, einem Gebiet im Nordosten der Halbinsel, in dem eine andere Sprache gesprochen wird und in dem es kulturelle und historische Unterschiede gibt, bedeutete das neue politische Regime Einschränkungen bezüglich der Freiheiten. Für ihn und seine Familie, die sich während des gesellschaftspolitischen Konflikts aufseiten der Besiegten positioniert hatte, war es ein Wendepunkt, der sowohl den künstlerischen als auch den lebensgeschichtlichen Entwicklungsverlauf des jungen Antoni kennzeichnen würde. Seitdem beschäftigte er sich mit sozialen Kämpfen und sein Werk nahm einen anklagenden, kritischen Ton an, den er niemals aufgab.

Als praktischer Autodidakt waren seine ersten Arbeiten vom magischen Surrealismus beeinflusst und erinnerten an das Werk von Künstlern wie Joan Miró, Paul Klee und Max Ernst. In seinen frühen Jahren beteiligte er sich an der Gründung des Avantgarde-Magazins und der Bewegung Dau al 7, die vom Dichter Joan Brossa angeführt wurde und an den Surrealismus und den Dadaismus anknüpfte.

Das Jahrzehnt der Fünfzigerjahre gab – parallel zu den neuen europäischen Strömungen – den informellen Stilen Vorrang, bei denen die Materialität an Bedeutung gewann. In dieser Zeit entwickelt sich sein besonderes Alphabet, bei dem jedes seiner Zeichen eine konkrete Bedeutung erwarb. Das A und das T verweisen auf seine Initialen, aber auch auf die Anfangsbuchstaben der Vornamen von ihm und seiner Frau Teresa. Das X half ihm, auf Ausgestrichenes und Mysterien hinzudeuten. Das Kreuz transzendiert seine christliche Konnotation, um Schamanismus, Hindu-Kulturen und/oder ägyptische Mythologie miteinander zu vereinen. Im Laufe der Jahre erneuerte Tàpies ständig seine künstlerische Methodologie. Doch während seiner gesamten Karriere blieben seine grundlegenden Anliegen – mit kleinen Variationen – beständig.

Tàpies was born in the bosom of a bourgeois Catalan family of booksellers. With an indefatigable artistic career extending over more than six decades, his production arose in a convulsive historical moment. Between 1936 and 1939, Spain lived immersed in a Civil War that birthed a dictatorship lasting until 1975. For Catalonia – a territory in the northeast of the Peninsula which speaks a different language and contains cultural and historical differences - the new political regime implied limitations on their freedoms. For him and his family, who during the sociopolitical conflict had positioned themselves on the side of the defeated, it represented a turning point that would mark both the artistic and vital trajectory of young Antoni. Since then, he became concerned with social struggles and his work acquired a denouncing and critical tone that he never abandoned.

Practically self-taught, his first works were influenced by magical surrealism as seen in the work of artists such as Joan Miró, Paul Klee and Max Ernst. In his early years, he participated in the founding of the avant-garde magazine and movement Dau al 7, led by the poet Joan Brossa and linked to the surrealism and the Dada.

The decade of the fifties, parallel to the new European currents, gave way to the informalist styles in which materiality was gaining prominence. His particular alphabet came to be in this time where each one of his signs acquired a concrete meaning. The A and T refer to his initials but also to those of his name and that of his wife, Teresa. The X helped him to cross out and indicate enigmas. The cross transcends its Christian connotation to unite shamanism, Hindu cultures and/or Egyptian mythology. Over the years, Tàpies was constantly renewing his artistic methodology. Yet his underlying concerns stayed consistent, with small variations, throughout his career.

  • Cossos (Körper)Cossos (Bodies)
    1997
  • Carrilage (Flascó)Carrilage (Flascó)
    1987
  • SerpentSerpent
    1988